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Die historische Entwicklung von SCHIESSER reicht von der Firmengründung 1875 in Radolfzell am Bodensee bis zum heutigen Markenunternehmen. Die folgende Chronologie fasst die wichtigsten Stationen zusammen.
1875 – Der 27-jährige Schweizer Fabrikant Jacques Schiesser und seine Frau Malwine mieten den Tanzsaal im noch bestehenden Gasthaus „Schwert" in Radolfzell am Bodensee und beginnen auf nur neun Rundwirkstühlen die Produktion ihrer Trikotagen (Unterwäsche).
1876–1880 – Erbauung und Bezug einer eigenen kleinen „Fabrik für Trikotweberei und Färberei" in Radolfzell. Die Belegschaft wächst von 100 auf 280 Mitarbeiter. Erschließung der Exportmärkte im vorderen Orient, in Indien, China und Japan.
1880–1896 – Expansion durch die Gründung der Filialen in Stockach (1890), Bukarest (1894) und Engen (1896). Die Zahl der Mitarbeiter wächst auf über 600; sogar Arbeiterinnen aus Italien werden beschäftigt, da qualifizierte Kräfte in Deutschland knapp werden.
1900 – Jacques Schiesser erhält anlässlich der Pariser Weltausstellung den „Grand Prix" für Spezialitäten wie Flechttrikot, Damasttrikot, Abhärtungswäsche aus Ramieleinen und Längsstreifen-Trikotagen. Die Tagesproduktion beträgt 12.000 Stück, 80 % gehen in den weltweiten Export. SCHIESSER beschäftigt nun annähernd 1.000 Mitarbeiter sowie über 300 Heimarbeiterinnen und verfügt über eigene Bleicherei, Färberei und Appretur.
1913 – Jacques Schiesser stirbt am 18. August an Herzversagen. Das Unternehmen geht auf seine Frau Malwine über; sein Schwiegersohn Wilhelm Finckh übernimmt die Leitung mit 1.200 Mitarbeitern.
1914 – Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Produktion stellt auf Heeresbedarf um und wird von den Exportmärkten abgeschnitten. Wegen der schwierigen Rohstoffbeschaffung werden Gewebe und Gewirke aus Brennnesselfasern und Papiergarnen erprobt.
1915 – Nach dem Tod von Wilhelm Finckh übernimmt Jacques Schiessers Neffe Jean Schiesser die Leitung.
1916 – Das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmiert nun als SCHIESSER AG.
1918 – Ende des Ersten Weltkriegs; die Belegschaft war während des Krieges auf 360 Mitarbeiter geschrumpft.
1922 – Ende einer Durststrecke: Das Unternehmen bietet wieder 800 Angestellten und Arbeitern einen gesicherten Arbeitsplatz.
1923 – Aufgrund von Inflation und Weltwirtschaftskrise müssen Teile des Unternehmens geschlossen werden; die Mitarbeiterzahl sinkt auf 500.
1929 – Die SCHIESSER AG stellt auf Kurzarbeit um und muss aus Mangel an Aufträgen weitere Entlassungen aussprechen.
1930–1931 – Stilllegung der Zweigniederlassungen in Engen und Stockach.
1932 – Kurz vor dem Zusammenbruch kann das Unternehmen mit Hilfe aus der Schweiz saniert werden; ein mühsamer Wiederaufbau beginnt.
1933 – Wirtschaftlicher Aufschwung und Anstieg der Belegschaft auf 600 Mitarbeiter. Übernahme der Radolfzeller Kinderwäschefabrik (Leibchenfabrik), die später „Tausendsassa-Spezialfabrik" heißen sollte.
1936 – Jean Schiesser tritt als Geschäftsführer und Vorstand zurück. An seine Stelle tritt Walter Schellenberg – der erste Unternehmensführer, der nicht zur Familie Schiesser gehört.
1939 – Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
1940 – Die Belegschaft ist wieder auf 1.100 Mitarbeiter angestiegen. Der Kriegsverlauf bringt einschneidende Umstellungen, Notprogramme und schließlich Kriegsfertigungen – die etablierte „Schiesser-Mode" fällt dem Krieg zum Opfer.
Nachkriegsjahre – Fast vollständige Stilllegung der Produktion aufgrund Rohstoffmangels; die Mitarbeiterzahl schrumpft auf 500. Das von Bomben beschädigte Werk in Stockach wird mit 160 Tonnen Schrott in Form alter Nähmaschinen wieder aufgebaut. In den 1950er-Jahren entsteht der Begriff des deutschen „Fräuleinwunder", dem SCHIESSER viele Jahre später eine eigene Unterwäsche-Serie widmete. Geprägt wurde der Ausdruck in den USA; er stand für junge, attraktive und selbstbewusste Frauen des Nachkriegsdeutschlands. Sinnbild war das Berliner Mannequin Susanne Erichsen (1925–2002), 1950 die erste Miss Germany der jungen BRD.
1950 – 75-jähriges Jubiläum – Erneuter Aufschwung: Die Jahresproduktion beläuft sich auf 2,7 Mio. Stück Trikotwaren bei einem Jahresumsatz von nahezu 13 Mio. DM. Das Unternehmen beschäftigt wieder 1.000 Mitarbeiter. Errichtung eines neuen Werks in Engen sowie Inbetriebnahme der Filialen in Mimmenhausen und Rielasingen.
1951 – Jean Schiesser stirbt im Alter von 80 Jahren.
1960 – Das Unternehmen beschäftigt 3.500 Mitarbeiter.
1962 – Entstehung des Filialbetriebs Neustadt im Schwarzwald sowie Aufbau neuer Produktionsstätten in der Schweiz und in Griechenland; Gründung der SCHIESSER Niederlande.
1966 – Entstehung eines neuen Werks in Radolfzell mit 32.000 m² Nutzfläche. Gründung einer Vertriebsgesellschaft in Mailand sowie neuer Produktionsstätten in Griechenland, Irland, Österreich und der Schweiz; zusätzlich ein neues Werk in Waldshut.
1967 – Gründung einer weiteren Vertriebsgesellschaft in Belgien.
1971 – SCHIESSER wagt den Sprung in die Gesamtbekleidung: Nach dem Erwerb der Standop GmbH sowie der Hudson-Textil-Werke wird SCHIESSER Marktführer bei bedruckten Maschenstoffen und baut eine eigene Stoffdruckerei auf, um die Qualität zu sichern.
1975 – 100-jähriges Bestehen – Das Unternehmen blickt auf 14 Jahre ununterbrochene Expansion zurück. Die SCHIESSER AG produziert 38 Mio. Wäschestücke pro Jahr und erreicht einen Jahresumsatz von 437 Mio. DM. Der Außendienst wird neu gegliedert, der Endverbraucher rückt stärker in den Fokus, und das Unternehmen entwickelt sich zum Marketing- und Vertriebsunternehmen.
Anfang der 1990er-Jahre – Durch die wirtschaftlichen Folgen der deutschen Einheit und die Erschließung neuer Märkte beginnt ein Umsatzwachstum auf 555 Mio. DM. Die Präsenz breitet sich auf über 30 Länder aus.
Heute – Die Zentrale am Bodensee konzentriert sich auf Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung und Innovationen. Als einer der Marktführer unter den deutschen Unterwäscheherstellern zählt das Unternehmen mehr als 6.500 Händler zu seinen Kunden. Die Marke SCHIESSER ist zum Synonym für jene Kleidungsstücke geworden, die dem Menschen buchstäblich am nächsten sind. Mit Wirkung vom 20.10.2021 wurde aus der SCHIESSER AG die SCHIESSER GmbH.
Die Wäsche aus dieser über 150-jährigen Tradition finden Sie heute als SCHIESSER Unterwäsche für Damen, Herren und Kinder in unserem Sortiment.
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